Das Recht auf sauberes Trinkwasser
Im Juli 2010 wurde das Recht auf Wasser und Zugang zu Toiletten offiziell durch die Resolution 64/292 der Vereinten Nationen in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen:
Das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung wird als ein Menschenrecht anerkannt, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist.[1]
Das Menschenrecht auf sauberes Wasser ist ebenfalls ein zentraler Bestandteil der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Diese globalen Entwicklungsziele, die 2015 beschlossen wurden, sollen bis 2030 zu mehr Nachhaltigkeit führen. Ziel Nummer 6 widmet sich explizit der Wasserversorgung und formuliert klare Ziele, wie:[2]
- Alle Menschen sollen einen Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser haben
- Alle Menschen sollen Zugang zu einer angemessenen und sicheren Sanitärversorgung (Toiletten und Handwaschbecken) erhalten, um Hygiene zu ermöglichen
- Wasserverbundene Ökosysteme sollen geschützt und ggf. wiederhergestellt werden
Trotz internationaler Bemühungen ist die Erreichung dieser Ziele sehr unwahrscheinlich. Schätzungen zufolge haben weltweit noch immer 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und 3,5 Milliarden Menschen fehlt es an Sanitäranlagen.[3] Dieser Mangel führt zu erheblichen gesundheitlichen Problemen. Besonders häufig treten Durchfallerkrankungen auf, die besonders für Kinder sehr gefährlich und sogar lebensbedrohlich sein können.
Die Textilindustrie verschmutzt und nutzt in vielen Ländern, wie Bangladesch und Indien, zu viel Wasser. Besonders die Menschen, die dort arbeiten und in der Nähe leben, sind betroffen. Sie arbeiten nicht nur unter teils sehr schlechten Arbeitsbedingungen, zu sehr niedrigem Lohn, sondern haben auch kein sauberes Wasser und keine gute Gesundheitsversorgung. Zusätzlich werden Flüsse und Grundwasser, die durch Chemikalien aus der Industrie verschmutzt sind, für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Feldern verwendet. In den Lebensmitteln, die darauf angebaut werden, finden sich gefährliche Stoffe wie Schwermetalle aus der Färbeindustrie.[6] Diese Stoffe schaden langfristig der Gesundheit, zum Beispiel den Nieren und der Leber.
Es ist dringend nötig, dass weltweit weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Recht auf sauberes Wasser zu schützen. Zum Beispiel müssen Unternehmen strenger kontrolliert werden, die durch ihre Produktion das Recht der Menschen auf sauberes Wasser gefährden.
Sources
- United Nations. (2010). Resolution adopted by the General Assembly on 28 July 2010 64/292: The human right to water and sanitation.
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. (o.D.) SDG 6 : Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen. BMZ. (abgerufen am 11.12.2024)
- United Nations. (2024). The United Nations World Water Development Report 2024: Water for Prosperity and Peace. UNESCO, Paris.
- Hossain, S., Strakova, J., Sultana, S., Alam, S.F., Trisha, T.H., Rabbani, G., Brosche, S., Howard, R., DiGangi, J. (2024). Persistent Threat: PFAS in Textiles and Water in Bangladesh. ESDO and IPEN.
- European Commission. (2024). Press Release: Commission restricts use of a sub-group of PFAS chemicals to protect human health and the environment
- Moomtahina Rahman & Md Marufur Rahman. (2024). Study of the dyeing industry pollution after mandatory installation of ETP in Madhabdi municipality, Bangladesh, Water Science, 38:1, 158-171, DOI: 10.1080/23570008.2024.2313874